Kaufmann

Ist der Handelsvertreter Kaufmann?

Jeder Gewerbetreibende ist nach § 1 HGB Kaufmann, es sei denn sein Unternehmen erfordert einen nach Art und Umfang in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht. Das gilt auch für Handelsvertreter. Demnach Ist ein Handelsvertreter grundsätzlich Kaufmann mit der Folge, dass er die diesbezüglichen handelsrechtlichen Vorschriften einhalten muss.  Soweit der Handelsvertreter beispielsweise umfangreiche Geschäftsbeziehungen, Lagerhaltung, Beschäftigte und insbesondere einen Umsatz von > € 260.000 oder einen Gewinn von > € 24.500  erwirtschaftet, wird von einem kaufmännischen Geschäftsbetrieb ausgegangen. Der Handelsvertreter ist dann sogenannter „Istkaufmann“ im Sinne des § 1 HGB.

Wenn der Handelsvertreter kein Kaufmann ist, kann er sich in das Handelsregister eintragen lassen. Damit wird er einem Kaufmann gleichgestellt.

Wird die Handelsvertretung in der Rechtsform einer GmbH betrieben, liegt die Kaufmannseigenschaft nach § 6 HGB vor.

Als Kaufmann ist der Handelsvertreter gem. § 29 HGB verpflichtet, seine Firma beim Handelsregister anzumelden und hat dabei den Namen, unter dem er sein Geschäft betreibt, anzugeben. Auf Geschäftsbriefen ist er verpflichtet,

  • Firma
  • Rechtsformzusat
  • Ort der Niederlassung
  • Registergericht
  • Handelsregisternummer

anzugeben.

Ferner ist der Handelsvertreter als Kaufmann zur ordnungsgemäßen Buchführung gem. § 238 Abs. 1 HGB verpflichtet. Allerdings ist er nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz seit 2009 von der Buchführungs- und Bilanzierungspflicht befreit, soweit seine Umsatzerlöse nicht mehr als 500.000 € betragen und der Jahresüberschuss nicht höher als 50.000 € ist.

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