Handelsvertretervertrag – Ihr Münchner Fachanwalt erklärt das Wichtigste!

Mit dem Handelsvertretervertrag werden die gegenseitigen Rechte und Pflichten, insbesondere Inhalt und Umfang der Tätigkeit und die Vergütung hierfür, aber auch Bezirksschutz, ein Alleinvertriebsrecht oder Änderungsvorbehalte zu Gunsten des Unternehmers festgelegt.

Für den Vertrag besteht kein Formzwang, dennoch empfehlen wir die Vereinbarung von schriftlichen Verträgen. Hierbei muss erwähnt werden, dass der schriftliche Abschluss eines Handelsvertretervertrages Vorteile, aber auch Nachteile haben kann.

Zur Schaffung klarer Regeln, zur Sicherung eines mündlich besprochenen Schutzes (Alleinvertrieb, Bezirksschutz, Provisionshöhe etc.), aber auch zum Beweis der tatsächlichen Abrede empfiehlt sich stets ein schriftlicher Vertrag.

Andererseits werden Vertragsformulare zumeist vom Unternehmer vorgelegt, der in der Regel nicht bereit ist, diese zu ändern. Wird keine schriftliche Vereinbarung getroffen, gelten die gesetzlichen Regeln nach §§ 84 ff HGB. Insofern müssen die Parteien Vorteile und Nachteile einer schriftlichen Vereinbarung genau abwägen.

Verschiedene Vertragsformen für Handelsvertretung im Überblick

Je nachdem, mit wem und für welche Dauer Sie den Vertrag abschließen wollen, ob für die Marktdurchdringung ein besonderer Investitionsaufwand vom Handelsvertreter geleistet werden muss, ob beispielsweise Änderungen des Provisionssatzes oder des Vertragsgebietes möglich sein sollen, Kundenschutz oder Gebietsschutz vereinbart werden soll oder sonstiges, können Handelsvertreterverträge sehr unterschiedliche Gestaltungsanforderungen haben.

Welche Vertragsformen gibt es für Handelsvertretungen?

Diese Punkte sollten im Handelsvertretervertrag unbedingt geklärt sein

  • Überschrift des Vertrages
  • Bezeichnung der Vertragsparteien
  • Genaue Beschreibung und Angabe der zu vertreibenden Produkte
  • Zuweisung des Gebietes oder des Kundenkreises (Tätigkeitszuweisung oder Bezirksschutz)
  • ggf. Alleinvertretung, Kunden-/ Bezirksschutz
  • ggf. Inkassovollmacht
  • ggf. ausdrückliche Benennung der Tätigkeit im Nebenberuf
  • Aufgaben und Befugnisse des Handelsvertreters (ggf. Abschlussberechtigung)
  • Pflichten des Handelsvertreters
  • ggf. Übernahme Delkredere gegen zusätzliche Provision
  • ggf. Vertretungsregelung bei Urlaub und Krankheit
  • Pflichten des Unternehmers
  • Provision (Definition der provisionspflichtigen Geschäfte, Fälligkeit des Provisionsanspruchs, Retouren, Abrechnungsmodalitäten)
  • ggf. Aufwendungsersatz
  • ggf. Änderungsvorbehalt
  • Vertragliches Wettbewerbsverbot, gegebenenfalls mit Ausnahmen
  • ggf. nachvertragliches Wettbewerbsverbot (Karenzentschädigung beachten)
  • Dauer des Vertrages (unbestimmte Zeit, ggf. Befristung, ggf. Verlängerungs- oder Optionsklausel)
  • Rückgabe von Gegenständen, Aufrechnung und Zurückbehaltung
  • Ausgleichsanspruch (z.B. Art und Weise der Berechnung, Aufrechnung mit Darlehen bzw. Einstandszahlung)
  • Entgeltzahlung bei Übergabe eines Kundenstamms, Anrechnung gegen Handelsvertreterausgleich
  • Abgeltung, Abtretung und Verjährung von Ansprüchen, ggf. Verkürzung
  • Gerichtsstand und Erfüllungsort
  • ggf. Schiedsgerichtsvereinbarung
  • Datum und Unterschriften der Vertragsparteien

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