Teilkündigung

Mit einer Teilkündigung soll nur ein Teil des gesamten Vertrages gekündigt werden. Der restliche Teil soll bestehen bleiben.

In der Praxis werden mit solchen Teilkündigungen häufig Versuche unternommen, u. a. Bezirksverkleinerungen, Bestandsverkleinerungen, Vertragsprodukte aus dem Vertragsumfang herauszunehmen, Provisionen herabzusetzen bzw. die Provisionssätze zu kürzen. Häufig wird eine solche Maßnahme auch formlos durchgeführt, ohne dass diese die Überschrift „Teilkündigung“ trägt.

Teilkündigungen werden im Bereich von Handelsvertreterverträgen nach der herrschenden Meinung grundsätzlich als unzulässig angesehen.

Ausnahmen vom Grundsatz:

  • Nach der Rechtsprechung kann eine Teilkündigung des Vertretervertrages ausnahmsweise zulässig sein, wenn sich der gekündigte Vertragsteil ohne rechtliche Schwierigkeiten aus dem Vertragsganzen herauslösen lässt. Das ist z.B. der Fall, wenn sich ein Gesamtvertragsverhältnis aus mehreren Teilverträgen zusammensetzt und die Teilverträge selbstständig lösbar sind. Eine solche Konstellation ist unter anderem dann vorstellbar, wenn ein Vertretervertrag sich über eine längere Vertragsdauer durch Nachträge verändert hat und im Rahmen der Nachträge neue und abgrenzbare Produkte oder einzelne Gebiete hinzugekommen sind.
  • Ein Teilkündigung Vorbehalt kann ebenfalls zu einer Teilkündigung berechtigen. Voraussetzung dafür ist die Vereinbarung eines wirksamen Vorbehalts der Kündigung oder Änderungsvorbehalts für bestimmte Vertragsbedingungen (z.B. Bezirk, Bestand, Provisionssatz) im Vertretervertrag.
  • Denkbar ist auch, dass die von der Teilkündigung betroffene Regelung Gegenstand eines selbstständigen denkbaren Vertrags ist, auf den der Haupt-Vertretervertrag lediglich verweist.

Expertentipp:

Ob eine Teilkündigung zulässig ist, entscheidet sich zunächst nach dem betroffenen Vertrag. Liegt nur ein Vertrag vor, der auch keinen (zulässigen) Änderungsvorbehalt enthält, dann ist in der Regel von der Unzulässigkeit einer Teilkündigung auszugehen.

Soll zu einem späteren Zeitpunkt nach Vertragsbeginn eine Änderung einzelner Vertragsbestandteile rechtlich möglich sein, dann sollten bereits in dem Grundvertrag die Weichen gestellt werden. D.h. sollte ein wirksamer Änderungsvorbehalt geprüft und aufgenommen werden. Geschieht dies nicht, dann besteht noch die Möglichkeit einer Änderungskündigung.

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